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Suche nach Identität des Gefallenen bei Schwerin

Auf Spurensuche: War toter Soldat Schweriner?

Der Frankfurter Verein "Mythos" bittet die Schweriner um Mithilfe bei der Suche nach der Identität eines im Zweiten Weltkrieg gefallenen deutschen Soldaten, die bislang ergebnislos verlaufen war. "Mythos e.V.", ein Verein der Sondengänger und Heimatforscher, kümmert sich auch um die Gefallenenbergung in Mecklenburg-Vorpommern.

Im März diesen Jahres wurde der Verein durch einen ehrenamtlichen Mitarbeiter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge MV gebeten, bei der Lokalisierung mehrerer am Ende des Weltkrieges, auf einer Wiese verscharrter deutscher Soldaten behilflich zu sein. Diese Wiese befindet sich nahe der Ortschaft Torgelow, im Müritzkreis.
Hier kam es am 1. Mai 1945 zu einem Gefecht mit russischen Truppen, an dem junge Soldaten des Reichsarbeitsdienstes teilnahmen. Dieses Gefecht endete mit dem Tod aller an diesen Kampfhandlungen beteiligten deutschen Soldaten, die nicht älter als 18 Jahre alt waren.

Im April dieses Jahres trafen sich auf dieser Wiese Mitglieder von "Mythos e.V.", Mitarbeiter der Kriegsgräberfürsorge und ein Zeitzeuge aus Hannover, der zu diesem Trupp junger deutscher Soldaten gehört hatte. Dem Umstand, dass er an einer Kreuzung zurückgelassen wurde, einige Kilometer vom Gefechtsfeld entfernt, verdankt er sein Leben.

"An diesem Tag fanden wir, 50 Zentimeter tief im Erdreich verscharrt, die sterblichen Überreste eines deutschen Soldaten", berichtet Thomas Möller von "Mythos". Bei der Bergung der Gebeine wurde u.a. ein Spiegel gefunden, der auf der Rückseite die Aufschrift eines Schweriner Juweliers trug. Neben dem Geschäftslogo des Juweliers ist auf diesem Spiegel "Franz Heitmann Uhren-Fachgeschäft Schwerin i. M Adolf-Hitler-Straße 47 Uhren Gold und Silberwaren Bestecke" zu lesen. Möllers Recherchen ergaben, dass es sich hierbei um die heutige Goethestraße in Schwerin handelt.

Das Haus ist heute ein reines Wohnhaus. "Da wir keinerlei weitere Hinweise fanden, die auf die Identität des gefallenen Soldaten schließen lassen, setzen wir nun all unsere Hoffnung auf die SVZ-Leser", sagt Möller. Vielleicht melden sich Personen, die diesen Juwelier bzw. Familienangehörige kannten oder kennen und Hinweise geben können, ob dieser Spiegel speziell für Kunden des Geschäfts als Werbegeschenk gedacht war oder nur an Familienangehörige vergeben wurde.

Der deutsche Soldat wurde zwischenzeitlich auf einem Friedhof würdig bestattet. "Wir wären dankbar, wenn mit Hilfe der Schweriner die Identität geklärt werden könnte, um etwaigen noch lebenden Angehörigen Gewissheit über das Schicksal ihres im Krieg vermissten Angehörigen geben zu können", sagt Möller.

Anmerkung: Der Soldat trug einen kleinen Taschenspiegel

bei sich mit folgender Inschrift:

Franz Heitmann
Uhren-Fachgeschäft
Schwerin i M
Adolf-Hitler-Straße 47

Wer hierzu angaben machen kann, bitte mit Thomas Möller in Verbindung treten

Quelle Ostseezeitung